La rondine, Oper von G. Puccini
La rondine ist Giacomo Puccinis Version einer Wiener Operette. Obwohl er 1913 vom Carltheater in Wien dazu beauftragt wurde, im Rahmen dieser eng umrissenen Gattung zu arbeiten, bestand der Maestro darauf, genügend kreative Freiheit zu haben, um das Stück in seinem eigenen Stil bearbeiten zu können. Puccini machte sich daran, eine komische Oper in drei Akten zu Giuseppe Adamis italienischem Libretto zu komponieren, doch der Beginn des Ersten Weltkrieges machte die Pläne einer aufwendigen Wiener Erstaufführung unmöglich, nicht zuletzt, weil sich Österreich-Ungarn und Italien auf der jeweils gegnerischen Seite befanden. So hatte La rondine ihre Uraufführung stattdessen am 27. März 1917 im Grand Théâtre von Monte Carlo. Nach einer anfänglich positiven Aufnahme ließ die Popularität der Oper im Vergleich zu Puccinis anderen großen Erfolgen nach, doch ihr Wert und ihre Bedeutung im Katalog des Komponisten bleiben dennoch bestehen. Das Gran Teatro all’Aperto (Freiluft-Theater) Giacomo Puccini in Torre del Lago gibt diesem Stück eine wohlverdiente Wiederaufnahme.
La rondine (auf Deutsch übersetzt mit „Die Schwalbe“) erzählt die Geschichte der Kurtisane Magda und ihrer Suche nach der wahren Liebe. Gemeinsam mit ihrem Beschützer Rambaldo ist sie zu einer der charakteristischen Figuren im ausschweifenden Pariser Lebensstil geworden. Eine zufällige Begegnung mit dem jungen Ruggero bei einem geselligen Abend in ihrem Salon verändert das Leben der Kurtisane völlig. Als die Gäste in eine Bar gehen, folgt Magda ihnen verkleidet und verbringt den ganzen Abend mit Ruggero, redet, lacht, tanzt und verliebt sich langsam aber sicher in ihn. Auf den Flügeln ihrer neu entdeckten Gefühle verkündet Magda Rambaldo, dass sie ihn verlässt, um mit ihrer wahren Liebe ein neues Leben zu beginnen, doch wie lange kann sie die Verkleidung aufrechterhalten, und wie wird Ruggero die harte Realität ihrer Vergangenheit aufnehmen?
Obwohl ursprünglich als Operette konzipiert, weist La rondine alle Merkmale einer klassischen Puccini-Oper auf, mit einer anziehenden weiblichen Hauptrolle, die eine innere Traurigkeit und ein Geheimnis in sich trägt, die sie und ihr aufkeimendes Glück zu verschlingen drohen. Bewaffnet mit einer gefühlvollen Partitur und einer Handlung, die das Publikum gefangen hält, wird Puccinis „Schwalbe“ in dieser Saison ihre Flügel über Torre del Lago ausbreiten.