Romeo und Julia, Ballett von S. Prokofjew
In dieser Saison kehrt Sergej Prokofjews legendäres Ballett Romeo und Julia in die Stadt zurück, in der es spielt: Verona. Prokofjews Ballett, das auf William Shakespeares berühmtem Theaterstück basiert, hat das Publikum bereits auf der ganzen Welt in seinen Bann gezogen. Diese Aufführung in der imposanten Arena di Verona bietet eine großartige Gelegenheit, um die majestätische Schönheit und die tragische Handlung des Stücks in einer wahrhaft bemerkenswerten Kulisse zu genießen. Darüber hinaus wird das Ballett mit einer Fahrt in einem kleinen Zug, dem sogenannten Trenino, zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt kombiniert.
Prokofjew hatte im Exil gelebt, wurde jedoch zur Rückkehr verleitet, nachdem das Kirow-Theater in Leningrad – das moderne Mariinski-Theater in St. Petersburg – ihn mit der Komposition eines Balletts beauftragt hatte. Der große russische Komponist zog für diesen Auftrag mehrere epische Liebesgeschichten in Betracht, entschied sich letztlich jedoch für Romeo und Julia. Er arbeitete mit dem Dramatiker und Kritiker Adrian Piotrowski sowie dem künstlerischen Leiter des Kirow-Theaters, Sergei Radlow, zusammen, um die Geschichte des unglücklichen Liebespaares für ihn zu adaptieren. Prokofjew schrieb mit beeindruckender Geschwindigkeit eine Klavierpartitur, in der er seine musikalischen Ideen für die Adaption erkennen ließ. Dennoch musste der Komponist eine Reihe von Hindernissen überwinden, bevor die endgültige Orchestrierung fertiggestellt war, nicht zuletzt aufgrund der Kritik seitens der sowjetischen Behörden, die sowohl administrative als auch ideologische Bedenken hatten. Infolgedessen wurde die geplante Uraufführung des Balletts in Russland mehrfach verschoben.
Da seine Ballettpartitur am Kirow-Theater zu verstauben begann, beschloss Prokofjew, sein Werk stattdessen ans Mahen-Theater in Brünn in der damaligen Tschechoslowakei zu bringen. Daraufhin wurde Romeo und Julia am 30. Dezember 1938 in der heutigen zweitgrößten Stadt der Tschechischen Republik uraufgeführt. Trotz der vorgenommenen Änderungen an der Handlung war das Ballett ein beachtlicher Erfolg. Im Januar 1940 wurde es am Kirow-Theater aufgeführt, nachdem zwangsweise Änderungen vorgenommen worden waren, die als notwendig erachtet wurden, um die Handlung des Balletts stärker an das Original von Shakespeare anzupassen. Leonid Lawrowski wurde mit der Überarbeitung der Choreografie für die sowjetische Uraufführung beauftragt, und viele spätere Fassungen orientierten sich entweder an seiner Version oder basierten direkt darauf.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei junge ineinander verliebte Menschen aus verfeindeten Clans in Verona. Sie sehen sich mit immer größeren Schwierigkeiten konfrontiert, ihre Liebe aufrechtzuerhalten und vor ihrem Umfeld geheim zu halten. Prokofjews Musik beleuchtet die Emotionen aller Hauptfiguren im Verlauf des Dramas. Besonders hervorzuheben ist der Tanz der Ritter mit seiner bedrohlichen Atmosphäre, der den Maskenball begleitet, an dem Mitglieder beider verfeindeter Familien teilnehmen, und der den Ton für die bevorstehende Tragödie vorgibt.
Die im Veranstaltungsprogramm enthaltene Rundfahrt mit dem kleinen Zug ermöglicht es den Zuschauern, die Stadt von der Piazza Brà aus, in der Nähe der Arena, zu erkunden. Die Fahrt mit dem Trenino dauert etwa 25 Minuten und führt an Sehenswürdigkeiten wie dem Castelvecchio und der Basilica di Santa Anastasia vorbei. Sie kann am Tag der Aufführung oder jeweils einen Tag davor oder danach unternommen werden. Somit bietet Romeo und Julia in der antiken Arena di Verona eine spektakuläre Möglichkeit, um dieses beliebte Ballett an einem wahrhaft passenden Ort zu erleben.