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    Scipione nelle Spagne, Oper von A. Caldara

    Scipione nelle Spagne, Oper von A. Caldara

    Scipione nelle Spagne von Antonio Caldara ist nicht nur eine unterhaltsame, intensiv dramatische Oper in drei Akten, es ist auch eine philosophische Erkundung von Ehre und Tugend in bester stoischer Tradition. Mit einem Libretto von Apostolo Zeno versehen hatte das dramma per musica am 4. November 1722 am Hoftheater in Wien Premiere. Die Geschichte war episch, die Musik ergreifend und so schaffte es die Oper damals schnell in den Katalog. Das Gran Teatro La Fenice in Venedig greift ins Archiv und bringt in dieser Saison eine neue Produktion des barocken Klassikers Scipione nelle Spagne ins Programm des Teatro Malibran.

    Die Handlung der Oper dreht sich um ein Liebesdreieck zwischen dem römischen General Scipione, dem Eroberer von Karthago; Luceio, dem Prinzen der Keltiberer und Sofonisba, der Tochter des karthagischen Anführers Mago, eine Dame mit unvergleichlichem Charme. Luceio und Sofonisba sollten heiraten, doch Scipione stoppt den Plan, sowohl durch die Anführung des erfolgreichen römischen Vorgehens gegen Karthago, als auch durch die Entwicklung starker Gefühle für die Schönheit. Als die langanhaltende und aufrichtige Liebe des Paares offenbar wird, entlässt Scipione Sofonisba großmütig aus der Gefangenschaft und stellt seine Avancen ein, aber unter der Bedingung, dass Luceio sein Freund werden solle. Der Eid, den der junge Keltiberer schwört, soll sich als schicksalhaft erweisen, als die Militärkampagne und politisches Durcheinander auf einen bombastischen Abschluss zusteuern, der Tugend und Ehre der Hauptfiguren in Frage stellt.

    Die Performance erinnert ein wenig an Nach-Hause-Kommen: Caldara wurde in Venedig geboren und ist dort aufgewachsen, begann dort seine musikalische Erziehung und erlernte mehrere Instrumente. In seiner Jugend verbrachte er eine lange Zeit in Spanien, dem Schauplatz von Sciopione nelle Spagne (der Titel bedeutet “Scipio in Spanien”) und er fand sein berufliches Glück in Österreich, wo die Oper debütierte. Der Librettist Zeno war ebenfalls ein bekannter venezianischer Dichter und Gelehrter. Das Teatro Malibran zeigt also eine Hommage an zwei der berühmtesten Söhne der Stadt.




    image Teatro Malibran / Fondazione Teatro La Fenice, Michele Crosera