Jenůfa, Oper von L. Janáček
Jenůfa, eine kraftvolle und oft düster-dramatische Oper des berühmten tschechischen Komponisten Leoš Janáček, bringt Themen wie Eifersucht, Wut und Mord auf die Bühne des Opernhauses La Fenice in Venedig. Janáčeks dritte Oper, Jenůfa, benötigte lange, bis sie die breite Anerkennung fand, die sie so sehr verdient. Die Uraufführung fand am 21. Januar 1904 am Nationaltheater in Brünn statt, doch das Prager Publikum musste bis zu einer Inszenierung im Jahre 1916 warten, die in einer erheblich überarbeiteten Fassung aufgeführt wurde, um das Werk zu sehen. Zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere hatte sich Janáček endgültig einen internationalen Ruf als ernstzunehmender Opernkomponist erworben.
Janáček verfasste sowohl die Partitur als auch das Libretto für Jenůfa. Er adaptierte die Oper in drei Akten nach einem Theaterstück von Gabriela Preissová. Ihr Stück – Její pastorkyňa, im Deutschen bekannt als Ihre Ziehtochter – spielt in einem ländlichen mährischen Dorf, in dem die Einwohner nach ihrem ganz eigenen Ehrenkodex leben und in dem fest verankerte Traditionen eine recht streng geregelte Lebensweise bestimmen. Janáček griff diese dramatischen Ideen auf und verfasste ein Libretto in Prosa, das die etwas beklemmende Atmosphäre, in der sich die Hauptfiguren bewegen, zur Geltung bringen sollte.
Die Titelfigur Jenůfa befindet sich inmitten einer Dreiecksbeziehung. Im ersten Akt erfahren wir, dass sie heimlich mit Števas Kind schwanger ist. Števas Halbbruder Laca ist in Jenůfa verliebt, ohne zu wissen, dass sie das Kind seines Bruders erwartet. Laca und Števa liegen zudem im Streit um eine Erbschaft, was ihre eifersüchtige Rivalität noch verschärft. In seiner Wut über Jenůfas Desinteresse an ihm greift Laca sie an und verletzt ihr Gesicht, wodurch er sie entstellt. Zu Jenůfas Unglück weist Števa sie so entschieden zurück, dass er ihr gegenüber sogar verächtlich zu sein scheint. An diesem Punkt wird der Küsterin, Jenůfas Stiefmutter, klar, dass etwas geschehen muss. Andernfalls läuft Jenůfa Gefahr, ihr Baby allein großziehen zu müssen. Sie schmiedet einen schockierenden Plan mit potenziell dramatischen Folgen für alle Beteiligten. Kann sie Števa dazu bewegen, etwas Verantwortung für sein Kind zu übernehmen? Falls nicht, wird es ihr gelingen, Jenůfa und Laca davon zu überzeugen, sich wieder zu versöhnen?
Heutzutage wird Jenůfa meist mit Janáčeks Originalpartitur aufgeführt und nicht mit der für die Prager Uraufführung überarbeiteten Fassung. Das Publikum am Gran Teatro La Fenice in Venedig erwartet ein Meisterwerk der dramatischen Oper, das zuweilen schreckliche Ereignisse mit Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen für die beteiligten Figuren in eindrückliche Bilder setzt.