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Teatro Malibran


Platea, € 156



Apollo et Hyacinthus, Oper von W. A. Mozart

Apollo et Hyacinthus, Oper von W. A. Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart wird zwar immer als das Wunderkind der klassischen Musik bezeichnet, doch sein erstes Opernwerk bekommt selten genug Aufmerksamkeit. Das Gran Teatro La Fenice macht sich daran, diese Unterlassung zu korrigieren. Fans des österreichischen Wunderkinds können im Teatro Malibran in Venedig Apollo et Hyacinthus sehen; das Werk, das die meisten Experten als seine erste eigene Oper ansehen. Mozart war gerade einmal elf Jahre alt, als er sie komponierte. Schon bei der Premiere an der Benediktineruniversität in Salzburg 1767 gab es positive Kritiken, doch seitdem hat das Werk nur selten neue Auflagen erlebt. In dieser Saison bekommt Apollo et Hyacinthus endlich wieder die Aufmerksamkeit, die die Oper verdient.

Mozart kam dank seines Vaters Leopold zu der Gelegenheit, das erste weltliche Drama seines Lebens zu komponieren, weil dieser Beziehung zur Benediktineruniversität in ihrer Heimatstadt hatte. Das lateinische Libretto stammt aus der Feder von Pater Rufinus Widl, der die drei Akte von Apollo et Hyacinthus als Zwischenstück in sein eigenes Fünfakt-Drama Clementia Croesi integrierte. Die beiden Werke teilen dasselbe Leitmotiv: die unbeabsichtigte Tötung eines geliebten Menschen. Mozarts Oper erzählt die Geschichte von Apollon und Hyakinthos, wie sie in den "Metamorphosen" des antiken griechischen Dichters Ovid erzählt wird. Um diese mit der religiösen Reinheit in Einklang zu bringen, die von allen Werken, die an der Benediktineruniversität aufgeführt wurden verlangt wurde, hatte Rufinus Widl das zentrale Element der homosexuellen Liebe zwischen dem Sonnengott und dem jungen Mann entfernt und die Charaktere von Hyakinthos' Schwester Melia und dem Vater Oebalus hinzugefügt, wobei erstere Apollos Geliebte darstellte.

Im Hinblick auf die Musik stellt Apollo et Hyacinthus eine aufregende Hörerfahrung dar. Deutlich lassen sich Mozarts typische Stilelemente erkennen und Rezitative leiten emotionale Ausbrüche der Charaktere ein, die ganz natürlich in Da-Capo-Arien übergehen, deren Melodien einen großen Teil des Erzählwerks übernehmen. Das Duett von Oebalus und Melia ist von besonderer Schönheit, wenn die Stimmen mit sorgfältig angelegten Orchestertönen wie gedämpften Violinen und Pizzicato-Streichinstrumenten verschmelzen. Das Teatro Malibran bringt Mozarts frühe Magie wieder zum Leuchten.




image Teatro Malibran / Fondazione Teatro La Fenice, Michele Crosera